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Wenn der eigene Blog geklont wird..

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Beitrag überhaupt veröffentlichen soll. Aber es gibt einen ebenso einfachen wie unglaublichen Grund, für die Stille hier. Dieses Thema raubte mir in den letzten Tagen jegliche Kraft und ja, die Lust überhaupt noch weiterzubloggen ist auch etwas angekratzt. Die Ursache: Mein Blog wurde 1:1 kopiert, das Layout, das Logo, die Beiträge, jedes einzelne Foto – alles wurde auf eine andere Website transferiert. Diese gleicht einem Spiegel, alles was ich auf ztstl.at blogge und ändere, wird auch auf dem anderen Blog „gespiegelt“.

Diese komplette Spiegelung von Blogs wird „Blognapping“ genannt, dabei werden Blogs geklont und ihr Layout samt Inhalten und nur minimal abgeändertem Impressum auf einer fast identischen Domain gespiegelt.

Also: Liebe fashionforteens-Leser: Dieser Blog ist gefakt, der Originalblog heißt ztstl.at!
Bitte greift nur mehr über
ztstl.at auf meinem Blog zu! Danke!

Wie merkt man, dass der eigene Blog geklont wird?

Ich hätte meinen Blogklon wohl nie entdeckt, wenn ich nicht durch eine Kooperationsanfrage von einer Agentur darauf aufmerksam wurde. Ich wurde gefragt, ob ich an einem Partnerprogramm für meine Website „fashionforteens“ teilnehmen möchte. Ich dachte zu Beginn ja noch, dass es sich hierbei einfach um eine Verwechslung handelt. Als ich dann auf Bloglink klickte, traute ich meinen Augen nicht. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Stefan (falls du das hier liest)!

Die schnellste Methode für eine oberflächliche Prüfung ob der eigene Blog auch betroffen ist, ist die Abfrage unter Checkdomain. Üblicherweise wird der Blog statt einer .at oder .de Endung auf einer .com oder .net-Endung kopiert. In meinem Fall wurde die Domain aber komplett geändert, der Header, also mein Logo, mit dem Blognamen „ztstl“ wurde aber komplett übernohmen. Ist doch völlig logisch, nicht?

Es empfiehlt sich also bei Checkdomain die Top20 Domains mit eurem Blognamen abzufragen. Dein Blog findet sich plötzlich auch auf einer anderen Domain, welche ihr nicht registriert und nichts damit zu tun habt? Dann wurde leider auch euer Blog geklont und kopiert.

In meinem Fall hätte ich den Blogklon mit dieser Methode nicht entdeckt, da er ja unter einem komplett anderen Name läuft. Ein weiterer Vorschläge wäre, einfach einen Satz aus einem aktuellen Blogbeitrag zu kopieren und ihn zu googeln. Taucht er noch auf einem anderen Blog auf? Dann seid ihr leider auch von Blognapping betroffen.

Was kann man dagegen tun?

Das Couch-Magazin hat eine recht hilfreiche Linkliste zusammengestellt:

  • Informativer Artikel mit Hintergrundinfos von Kartsten Lohmeyer: www.louisypennies.de
  • Technische Hilfe mit Step-by-Step-Anleitung von Daniela Müller: www.seitenwechsel.de
  • Alexander Mirschel über Check und Gegenmaßnahmen: www.niedblog.de
  • Timo Fach hat 2013 ähnliches erlebt und seinen Fall dokumentiert + Tipps: www.seohelfer.de
  • Facebook-Gruppe für Betroffene: www.facebook.com
  • Gesammeltes Schwarmwissen unter: #contentklau #blogklau #blognapping

Zusätzlich sollte man auch noch:

  • Screenshots machen, um etwas in der Hand zu haben (Beweissicherung!)
  • Change Request anmelden, damit die Seite über euch läuft
  • Den Providern den Missbrauch der IP-Adress-Verschleierung melden, damit die IP gesperrt wird
  • Strafanzeige stellen

Außerdem besteht natürlich die Möglichkeit, mit der ganzen Sache zum Rechtsanwalt zu gehen. Allein schon durch die geklauten Fotos wurde massiv das Urherberrecht verletzt, vom Bloglayout, dem Inhalt und den restlichen Dingen will ich erst gar nicht sprechen. Ich werde diesen Schritt nicht machen. Da selbst mein Impressum komplett übernohmen wurde, müssten die Verursacher im Ausland erst mal ausfindig gemacht werden, um sie mit Schreiben vom Anwalt bombardieren zu können. Ich kann ein langes und kompliziertes Verfahren ohne Rechtschutzversicherung finanziell einfach nicht stemmen.

Und jetzt?

Ruhe bewahren, meine eigene Schockstarre beginnt sich langsam zu lösen. Ich habe eine Strafanzeige „gegen Unbekannt“ gestellt, damit ich zumindest nachweisen kann, dass ich für den Blogklon rechtlich nicht zu belangen bin. Mails an den Provider und dem Anbieter für die Domain sind auch schon rausgegangen, leider noch ohne Rückmeldung.

Der Blogklon hatte auch Werbung geschaltet, auch an dieses Partnerprogramm habe ich mich gewendet. Warum sollten fremde Menschen mit MEINEN Inhalten und Beiträgen Geld verdienen? Und ja, ich habe bewusst keinen Link zum Blogklon hier eingebaut, jeder Klick auf den Blogklon ist ein Klick zu viel.

In der Facebookgruppe findet auch ein reger Austausch unter den Betroffenen statt, das hilft mir persönlich viel.

Für die technische Unterbindung und das „anzapfen“ fehlt mir ehrlich gesagt das Knowhow, ich versuche mich aber durch die Anleitung von Daniela durchzukämpfen. In google (und damit auch im Google Ranking) ist der Blog nicht mehr geführt. Google merkt natürlich auch, dass derselbe Content auf zwei Websites publiziert wird.

Die Seite ist trotz allem immer noch online, der Kampf geht also weiter. Sollte jemand von euch ebenfalls betroffen sein, hoffe ich, dass ihr von diesem Beitrag und den Links profitieren könnt. Sollte es Neuigkeiten geben, kann ich euch bei Interesse gern ein Update geben.

3 comments

  1. So eine Umverschämtheit! Ich wüsste gerne, ob solche Leute das aus Geldgründen und professionell machen oder andere Motivationen dahinterstecken.
    Ich hoffe du bekommst das alles gelöst.

  2. Das ist ja unfassbar!!! Wie dreist kann man sein? Ich wünsche dir ein starkes Nervenkostüm!

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