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Projekt Zuckerfrei // Mein Fazit und 5 Learnings

Der ein oder andere hat es sicher mitbekommen: Ich habe 7 Wochen lang Zucker gefastet. Ostersonntag war die Fastenzeit  vorbei, wie ich die Zeit erlebt habe, ob ich Veränderungen feststellen konnte und was sich jetzt ändern wird, will ich euch heute in einem kleinen Fazit erzählen.

Ich sitze an diesem Artikel schon etwas länger, die Fastenzeit ist längst wieder vorbei. Doch wo fängt man bei einem Fazit nach so vielen Tagen, Erfahrungen und Gedanken an?  Um gleich mal die Wahrheit auf den Tisch zu bringen: Ich bin mehr als froh darüber, dass diese Zeit nun vorbei ist. Natürlich war das Projekt spannend, aufschlussreich und ich bin ziemlich sicher, dass ich im nächsten Jahr wieder die Fastenzeit zuckerfrei verbringen möchte.  Allerdings habe ich während diesem Projekt auch festgestellt, dass ein Leben komplett ohne Zucker einfach nichts für mich ist. Gesunde Ernährung ja, aber hin und wieder will auch einfach mal ein Eis bei schönstem Wetter essen, den Feierabend mit guten Cocktails und Freunden verbringen und ein Stückchen meiner Lieblingsschokolade als Belohnung naschen.

Auf was habe ich eigentlich verzichtet? Auf Haushaltszucker,  zugesetzte Zuckerstoffe und Ersatzprodukte wie Agavendicksaft oder Stevia. Obst habe ich sehr bewusst während der ganzen Zeit gegessen und nicht darauf verzichtet, weil es für mich einfach zu einer gesunden Ernährung gehört und der Körper die Vitamine braucht!

Mein Fazit, ob ich tatsächlich die Fastenzeit ganz ohne Zucker geschafft habe und meine 5 Learnings aus dem Projekt könnt ihr nachfolgend lesen:

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Zucker ist überall

Die Lebensmittelindustrie trickst nicht nur was das Zeug hält, um Zucker zu verstecken und dem Verbraucher ein möglichst “gesundes” Produkt vorzugaukeln. Nein, Zucker ist auch in Produkten enthalten, in denen (mein) Hausverstand es nie vermutet hätte! Dampfgegarte Kidneybohnen aus der Dose enthalten Zucker, mein geliebtes Dinkel-Vollkorn-Brot enthält Zucker, passierte Tomaten im Glas enthalten was? Richtig, Zucker!

Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich also immer und mittlerweile kaufe ich auch sehr viel bewusster ein! Als Faustregel gilt, alles was in der Zutatenliste auf -ose oder -sirup endet, ist Zucker und sollte links liegen gelassen werden! Ebenso Malzsirup, dieser besteht aus Zucker und sorgt oft für die dunkle Farbe von vielen Brotsorten!
Dieser versteckte Zucker in den Mengen war mir vor dem Projekt wirklich nicht so bewusst, will man langfristig seinen Zuckerkonsum reduzieren, reicht es bei weitem nicht aus, “nur” auf die offensichtlichen Zuckerbomben wie Schokolade, Ketchup, Softdrinks und co zu verzichten!

Gemeinsam statt einsam!

Online konnte man in der Facebook-Gruppe Projekt: Zuckerfrei von Hannah immer Fragen los werden,  sich Motivation holen und Erfahrungen austauschen. Zum Durchhalten motiviert haben mich persönlich aber am meisten Freunde und Arbeitskollegen. So wurde trotz der ersten Frühlingstage in Wien bei Treffen mit Freunden auf ein Eis verzichtet und da so ziemlich jede/r in meinem Team im Büro enthaltsam ohne Zucker (und teilweise auch Alkohol) in der Fastenzeit gelebt hat, war der eigene Ansporn, nicht als erste und einzige einzuknicken natürlich besonders groß!

Deshalb würde ich mich bei ähnlichen Vorhaben oder der Fastenzeit 2016 immer wieder Verbündete suchen, gemeinsam statt einsam hält man einfach länger durch!

Es geht auch ohne (Industrie-)Zucker: Die Süßungs-Alternativen

Obwohl ich auf Zucker verzichten wollten, habe ich nicht auf süße Speisen verzichtet. Mein Frühstück war so gut wie immer süß und auch die ein oder andere Nachspeise gabs ganz ohne Zucker. Mein größter Erfolg ist es, Naturjoghurt auch ohne Honig und co morgens runterzubekommen. Viele mögen es pur, ich brauchte ziemlich lange, um von meinem geliebten (gezuckerten) Vanillejoghurt auf die gesündere Variante Naturjoghurt umzusteigen. Mittlerweile schmeckt es mir aber auch auch ohne Zugabe von Zucker oder Honig.

Das waren meine Süßungs-Alternativen:

Rosinen und Pflaumen
Eigentlich mag ich Rosinen so gar nicht und verzichte auch mal auf den wirklich leckeren Apfelstrudel von Oma, wenn sich darin Rosinen befinden. Im Müsli waren sie dann während dem Projekt Zuckerfrei dann irgendwie doch ganz ok, aber total mögen und dauerhaft essen will ich sie nicht.

Wirklich für mich entdeckt habe ich hingegen getrocknete Pflaumen (Datteln)! Kleingeschnitten sind sie ein tolles Süßungsmittel! Wenn mich mal wirklich der Heißhunger nach etwas Süßem überkommen ist, habe ich das Verival Bio Dattel Konfekt (gekauft bei Merkur) entdeckt, besteht aus 98% Pflaumen und 2% Kokosflocken.

Zu einem absoluten Frühstücksliebling sind die Pancakes mit Himbeer-Chiamarmelade von Mirela geworden, ein Rezept ganz ohne (Industrie-)Zucker und trotzdem wirklich köstlich!

Obst
Nutzt die natürliche Süße von Obst! Mein Ziel war es ja “nur” auf Industriezucker zu verzichten, daher gab es Obst oft zum Frühstück, im Smoothie oder als Snack zwischendurch. Auch hier kann man etwas experimentieren, verschiedene und exotische Obstsorten kaufen!

Nach ein paar Tagen ohne Industriezucker war mir mein Porrigde am morgen nur mit Hafer”milch”, Äpfel, Blaubeeren und Mandeln plötzlich mehr als süß genug! Auch eine sehr reife Banane ist zum süßen von Müsli, Joghurt und süßen Gerichten super geeignet!

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Vorbereitung ist alles

Genauso wie man vor einer mehrtägigen Saftkur am Vortag kein Schnitzel mehr verschlingen sollte, ist es auch mehr als ratsam, sich bereits ein paar Tage vor so einem Projekt etwas vorzubereiten. In meinem Fall war es ein großer Vorteil, dass mein Umzug in der Zeit anstand. So konnte ich Zucker, Honig, Schoki und andere Süßigkeiten in meiner alten WG lassen und kaufte für die neue Wohnung alles, außer süßes Zeug, ein. Was ich dadurch aber auch gemerkt habe: Zucker fehlt mir in Stresssituationen absolut nicht, aber bei Langweile entwickle ich mich (leider) zur Naschkatze!

Ich habe unterwegs nur auf offensichtlich Süßes wie Softdrinks, Nachspeisen und ähnliches verzichtet. Bei jedem Restaurantbesuch oder in der Kantine zu fragen, ob die verwendeten Lebensmittel zuckerhaltig sind, war mir dann ehrlich gesagt zu mühsam und aufwendig. Will man auch im Job oder auf der Uni konsequent sein, muss man wohl viel Essen vorbereiten und mitnehmen!

Was sagt der Körper dazu?

Ja, ich habe ich habe während der Fastenzeit und dem Projekt Zuckerfrei ein paar Kilos verloren. Was aber nicht (nur) am Verzicht von Süßigkeiten und co lag, sondern weil ich seit Jahresende generell meine Ernährung etwas umgestellt habe und auch wieder mehr Sport betreibe. Körperlich habe ich ansonsten keine großen Veränderungen festgestellt. Meine Haut hat sich kaum verändert, allerdings hatte ich so ganz ohne Zucker an manchen langen Nachmittagen im Büro ein kleines Tief. Was sich positiv verändert hat: Ich habe gemerkt, dass sich mein Geschmack etwas verändert hat, denn es reichten jetzt weniger Mengen an Zucker aus, damit ich süß schmecke.

Und, bin ich standhaft geblieben?

Jein. Ich habe während der ganzen Zeit kein einziges Mal beim Nachspeisenbuffet in der Arbeit zugelangt, meinen geliebten Eisgreisler weiträumig gemieden, keine Cola getrunken und auf süße Aufstriche konnte ich ebenfalls gut verzichten.

Aber ich habe zweimal nach einem wirklichen harten Tag ein Stückchen Schokolade gegessen und an einem Wochenende Cocktails mit Schweppes geschlürft. Ich bezeichne das Projekt zuckerfrei für mich denoch nicht als gescheitert, weil ich mich zu einem sehr großen Teil der siebenwöchigen Fastenzeit ohne Industriezucker ernährt habe. Und darauf bin ich stolz.

Natürlich hat eine zuckerfreie Ernährung  viele Vorteile. Man ernährt sich deutlich gesünder, achtet viel mehr auf die Inhaltsstoffe von Lebensmittel und entwickelt ein größeres Bewusstsein für gesunde Ernährung.  Von anderen Faktoren, die ich in der FB-Gruppe oder auf Blogs gelesen habe wie eine positivere Grundstimmung, ein reineres Hautbild, weniger Müdigkeit und mehr Konzentriertheit konnte ich persönlich leider gar nichts merken. Und wie auch schon oben erzählt, gerade an einigen Nachmittagen viel es mir schwer, konzentriert zu bleiben.

Was mir ebenso wenig gefallen hat war, dass ich (zu Beginn zumindest) dreimal überlegt habe, eine Einladung zum Kaffee (man könnte doch in Versuchung kommen und eine Nachspeise bestellen) anzunehmen, keine Eisgreissler-Dates, keine selbstgemachten Limonaden und Desserts zu Mädelsabende usw. Ich habe mir etwas verboten, was ich sonst so gerne mache.

Wer aufhört zu genießen, wird selbst irgendwann ungenießbar. Diese Aussage habe ich als einen der vielen Kommentare in der Facebook-Gruppe für das Projekt gelesen und finde ich so wunderbar wahr und passend. In diesem Sinne werde ich zukünftig natürlich weiterhin versuchen, meinen Zuckerkonsum einzuschränken, aber diesen mir selbst nicht vollkommen verbieten.

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2 comments

  1. Vorbereitung ist wirklich alles, diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Nicht beim Zuckerverzicht, aber bei einer Unverträglichkeit, die ich noch nicht so lange habe.
    Ein schönes Fazit ist das geworden. Und du hast meinen ganzen Respekt!

  2. Ich habe sieben Wochen Low Carb gemacht. Die erste Woche war die schlimmste, aber danach wird es viel einfacher, weil der Körper eine Woche lang ja komplett auf Entzug ist.